Es ist der Weg zum digitalen Polizeistaat

Das Mantra der gefährdeten Gesellschaft, die von Terror, Pädophilen, Schwerkriminellen bedroht ist und welches unsere Innenminister jeden Tag herunter beten um uns zu ängstigten und zu schutzsuchendem Wahlvieh zu machen, führt uns sehenden Auges immer tiefer in einen Staat aus Kontrolle und Überwachung. Die an sich lebensfrohe Gesellschaft soll im Knebel der Angst leben und nach immer mehr Sicherheit schreien, dem Staat jedes Zugeständnis machen, das er im Kampf gegen todbringende Terrorpädophileschwerkriminelle benötigt oder in Zukunft benötigen könnte.

Ich glaube der Bundesregierung nicht und ich glaube, dass wir belogen werden, dass hinter dem vermeintlichen Sicherheitsmantra handfeste wirtschaftliche Interessen stecken. Ich glaube, dass wir eine zunehmende Überwachungsindustrie haben, die ihre Produkte mit satten Gewinnen nach China oder in den nahen Osten verkauft und nun auch zunehmend den europäischen Markt erschließen möchte. Die Erklärung einer Überwachungsindustrie und die dahinter stehenden wirtschaftlichen Interessen sind um ein vielfaches plausibler als das, was uns die Innenminister glauben machen wollen.

Wer sich nicht zurück ziehen kann, verändert sich, wird zum Gejagten und stimmt sein Verhalten mit der Kontrolle ab, die auf ihm lastet. Das Wort „Harmonisierung“ fällt mir in diesem Zusammenhang ein und es zeigt sich in der Bildung, in dem, was wir Essen, in den genormten Details unseres Lebens. Wir werden zu Normmenschen in einer Normgesellschaft, deren Funktionalität davon abhängt, dass niemand aus der Reihe tanzt. Und was wäre besser geeignet um das Normative zu kontrollieren als Kameras in jeder Ecke unseres Landes, die, mittels INDECT, die Verhaltensauffälligkeiten entlarven oder Software, die meinen Computer durchsucht oder die Vorratsdatenspeicherung, die weiß wann ich wo mit wem worüber spreche?

Ich bin Pirat, weil ich das nicht will … weil ich mich als Individuum feiere und kiffen will und sagen will was ich will, wo ich will und wem ich will, aber mir dabei nicht auf die Finger schauen lassen möchte. Und da ich mein Vertrauen in diese Regierung zu 100% verloren habe, werde ich KEINE Überwachung mehr dulden und mir auch keine Rechtfertigungen von Seiten der Regierung anhören, die die Notwendigkeit von Überwachung beteuert. Es ist zu spät und wir befinden uns auf dem Weg zum Polizeistaat, aber einem digitalen, durchrationalisiertem Polizeistaat den man nicht sieht und nicht hört, der wie ein Damoklesschwert über uns hängt und uns jederzeit seine Gewalt demonstrieren kann. – Deshalb möchte ich hier ganz deutlich die Frage der FAZ aus dem Interview mit Sebastian Nerz und Christopher Lauer

„Sind Sie prinzipiell gegen den Einsatz von Überwachungssoftware?“

mit einem JA beantworten und dem auch nichts hinzufügen!

 

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